Es war einmal…

… ein Mädchen, das begann, ein eigenes blog zu schreiben…

Jaja, lang ist es hier, dass ich hier mal etwas geschrieben habe. Dabei ist eigentlich recht viel „bloggenswertes“ passiert, doch irgendwie bin ich immer wieder darüber hinweggekommen.

Das soll nun nachgeholt werden.

Kapitel 1:

Wie mein letzter Lebensabschnitt endete ODER

Wie ich gegen das Schreckgespenst 2. Staatsexamen kämpfte

Mein letzter blogeintrag handelte von der nervigen Lernerei, der Lustlosigkeit, den Konzentrations- und Motivationsproblemen die verdammte 2. Staatsprüfung betreffend. Wie schwer es mir fiel, mich aufzuraffen, wie ausgebrannt und unmotiviert ich nach all diesen Jahren war.

Das alles liegt nun hinter mir.

Am 12.11. war es soweit: Mein großer Tag war gekommen – ich legte die zwei Unterrichtspraktischen Prüfungen und das Kolloquim ab. Insgesamt war es längst nicht so stressig, nervenaufreibend und schrecklich, wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Tag verging schnell und auch, wenn am Ende nicht das notenmäßige Traumergebnis stand, so hatte ich es doch geschafft!

Von diesem Tag an war meine Ausbildung zuende. 5 Jahre Studium, 2 Jahre Referendariat… Und nun: examinierte Lehrerin! Kein Lernen mehr, keine Rechtfertigung mehr, keine Nachtschichten am Schreibtisch mehr… Zumindest nicht gezwungenermaßen – alles was jetzt noch kommt ist freiwillig.

Darauf folgten einige Tage absoluter Enspannung. Zwar konnte ich noch nicht wirklich komplett realisieren, dass es wirklich vorbei ist – aber ich bemerkte immer mehr, wie k.o. und ausgebrannt ich war. Am liebsten hätte ich mich ins Bett gelegt und wäre mindestens drei Tage nicht aufgestanden.

Und endlich konnten all die Dinge kommen, auf die ich mich so gefreut hatte:

Kapitel 2:

Berlin ODER

Wie das Landmädchen in die Stadt fuhr :-)

Letztes Wochenende ging es ab nach Berlin. Schon seit Wochen hatte ich mich sehr darauf gefreut. Nicht nur, weil ich diese wundervolle Stadt gerne wieder einmal besuchen wollte, sondern vor allem wegen der Menschen, die mich dort erwarteten.

Endlich, endlich, endlich – nach unzähligen DMs und stundenlangen Chats im Skype traf ich auf die wundervolle @rachelzwitscher und sie ist im wahren Leben tatsächlich genauso lustig, herzlich, amüsant, interessant und unterhaltsam wie in der virtuellen Welt. Ich habe wirklich das Gefühl, das war der zweite Anfang einer tollen Freundschaft (der erste Anfang wurde ja bereits virtuell gemacht).

Das Wochenende begann für mich bereits am Donnerstagabend mit der Fahrt zu der großherzigen @emiliablue , welche mir für die Nacht auf Freitag Obdach in ihrem Heim bot, damit ich nicht schon mitten in der Nacht stundenlange Fahrten zum Flughafen auf mich nehmen musste. Denn irgendwer hatte in einer Art Geistesblitz die hervorragenede Idee, es wäre doch ganz zauberhaft, einen Flug um 6.40 Uhr zu buchen… Nun ja… Viel Zeit in Berlin, wenig Zeit zum Schlafen…

Also kamen wir – gelinde gesagt – müde in Berlin an. Von ausruhen konnte keine Rede sein – nach einem leckeren Frühstück bei Zimt & Mehl (seeeehr empfehlenswerte Bäckerei!!!) wollte Frollein @rachelzwitscher zum Frisör und die arme, kleine @scoottery musste man fein mit.

Und immer näher rückte das abendliche Grauen: FUßBALL!!! Ich HASSE Fußball! Aber ich kam nicht drumherum, die Tickets waren nunmal da und also hieß es dann ab in die rollende Sardinenbüchse Straßenbahn und auf ins Stadion „An der alten Försterei“ – Union gegen Cottbus… Ein passendes Spiel für Fußballneulinge, da ja soooo wenig Spannung zwischen Vereinen und Fans herrscht. Nun ja, die erhoffte Prügelei hat es dann doch nicht gegeben da unser aller Freund und Helfer eine Delegation absandte.

Im Anschluss Theater. Thema: Fußball… Der Abend schien immer besser zu werden. Aber: ES WAR GROßARTIG!!!

Im Anschluss das verzweifelte Flehen des Körpers ignorieren, welcher vehement die waagerechte Lagerung auf einer weichen Unterlage forderte und ab nach Friedrichshain in ein nettes Etablissement zum gemütlichen Beisammensitzen und das Schlafdefizit mit vitaminreichen Drinks (Cuba Libre) überspielen.Wirklich lustig, wirklich nett, wirklich interessante Begegnungen.

Irgendwann heim und komatöser Schlaf. Samstag und Sonntag etwas ruhigeres Programm – aber wir sind ja auch nicht mehr die jüngsten und auch nicht das Letzte mal in Berlin gewesen… :-)

Ich sollte vielleicht auch mal erwähnen, welchen Menschen ich diese lustigen Tage mit zu verdanken habe. Hey! Machen wir doch gleich mal sowas wie einen Follow-Friday draus! Diese Menschen kann ich auch als twitterer nur empfehlen (auch, wenn es sich zum Teil natürlich um berliner Gesindel handelt).

Natürlich meine beiden Ladies @emiliablue und @rachelzwitscher –> wahnsinns-Frauen! Mädels, ich drücke euch an dieser Stelle mal ganz fest! :-*

Der Freitagabend wurde versüßt durch @bunkinho, @Askowronek, @NoPanik und den freundlich Cuba-Libre-Nachschub-Lieferer @wikipeter.

Auch, wenn sie mir diese Fußball-Sache eingebrockt haben, sind @rudelbildung und @saumselig trotz ihrer Leidenschaft für diesen seltsamen Ballsport im RL nette Menschen… seltsam aber wahr :-)

Am Samstagabend war dann dieses #tweihnachtsmarkt-dingens angesagt, welches jedoch aufgrund der beschissenen unpassenden Wetterlage mehr oder weniger ins Wasser fiel. Mich hat die Lust verlassen, alle Leute aufzuzählen, die da waren – bitte schaut einfach hier.

Soooo…. das war Berlin…

Und nun sollte ich auch langsam mal zum Ende dieses posts kommen… Erst wochenlang gar nichts schreiben und dann so lang werden, dass keiner die Geduld hat, alles zu lesen. Ts ts ts… Allen, die bis hierher gekommen sind: herzlichen Glückwunsch! Du besitzt viel Ausdauer :-)

Ich wünsche noch einen wundervollen sonnigen Sonntag (einige scheinen ja sogar Schnee zu haben) und verspreche, dass der nächste Eintrag nicht so lange auf sich warten lassen wird!

Prokrastination

„Aufschieben (auch: Prokrastination, Aufschiebeverhalten, Handlungsaufschub oder umgangssprachlich: Aufschieberitis) ist die Angewohnheit, notwendige, aber unangenehme Arbeiten immer wieder zu verschieben, statt sie zu erledigen.“ (Quelle: wikipedia)

Heute ist Samstag. Gestern war der offiziell letzte Tag der Herbstferien. Zwei Wochen sind um. Zwei Wochen, in denen ich so viel schaffen wollte. Bald ist meine Prüfung, ich habe das Lernen immer aufgeschoben, habe mir gesagt „Bald sind Herbstferien! Da hast Du zwei Wochen, in denen du den ganzen Tag lernen und arbeiten kannst!“.

Nun sind diese zwei Wochen um und die Bilanz ist, nunja, ich würde sagen: ernüchternd.

Natürlich habe ich was getan. Ich habe es geschafft, die beiden Unterrichtsstunden für die Prüfung komplett zu planen und die Entwürfe zu schreiben. 50% der Prüfungsvorbereitung sind also erldeigt.

Aber der dicke Batzen des Lernens ist immer noch unangetastet. Inhalte aus zwei Jahren Referendariat wollen noch sortiert im Kopf abgespeichert werden.

Und warum ist das noch nicht erledigt? Weil ich keine Zeit hatte? Weil ich krank war? Weil noch wichtigere Dinge dazwischen gekommen sind? NEIN! Die Antwort ist ebenso einfach wie beschämend: Ich prokrastiniere.

Ich habe einfach keinen Bock. Mich nervt es nur noch. Ich habe zwei Jahre lang Vollgas gegeben, mir den Arsch aufgerissen für Schule und Seminar.

Nun ist die Luft raus. Aber sowas von raus.

Ausgerechnet jetzt, wo ich mitten im Endspurt stecke. Ich habe fünf Jahre Studium und zwei Jahre Referendariat hinter mir – alles mit dem Ziel, das 2. Staatsexamen zu packen und dann „fertige“ Lehrerin zu sein.

Und nun, auf den allerletzten Metern, wo ich das Ziel schon so deutlich sehen kann, geht mir die Luft aus.

Ich weiß, dass es dämlich ist, sich nicht auf den Arsch zu setzen und sich zu sagen: „Mein Gott! Es sind nicht mal mehr drei Wochen! Dann hast du es hinter dir! Dann kannste dir ein paar faule Tage gönnen!“

Es sind nur noch drei Wochen. Ich habe einen unüberschaubaren Berg zu lernen. Ich habe keine Zeit, mich mit anderen Dingen zu beschäftigen.

Und doch fehlt mir die Kraft, die Motivation, die Disziplin.

Ich gehe mir selbst schrecklich auf die Nerven, weil ich mich nicht beherrschen kann, immer wieder anderen Krams nebenher mache.

Ich werde die letzten Tage vor der Prüfung sicherlich wieder die Nächte durchmachen müssen, um alles zu schaffen.

Aber ich kann mich einfach nicht aufraffen.

Passwortgeschützt

Manchmal muss ich mich auskotzen. Manchmal muss ich Gedanken rauslassen, sie aufschreiben. Das hilft beim Sortieren der Gedanken. Ich möchte diese Gedanken mitteilen, aber da sie unter Umständen sehr privat sind, möchte ich sie nicht jedem zugänglich machen (eigentlich Blödsinn, das dann online zu stellen, aber was solls…). Daher schütze ich diese Gedanken mit einem Passwort. Dieses ist bei mir über twitter per dm oder aber per mail zu erfragen.

Geschützt: Warum?

Dieser Artikel ist passwortgeschützt. Bitte geben Sie Ihr Passwort ein, um ihn lesen zu können:


Soul meets body

Death Cab\’s \“Soul meets body\“ (YT-Link)

Dieser Song hat eigentlich gar nichts mit dem nachvolgenden Thema zu tun. Ich finde ihn momentan einfach nur melodisch und inhaltlich sehr schön. Wundervoller Gedanke: Vereinigung von Körper und Seele – ein Gleichgewicht finden :-)

Aber nun zum eigentlichen Grund des blog-Eintrages:

Gestern war wieder einer dieser Tage. Einer dieser Tage, die wirklich sehr schön waren. Lustig, angenehm, irgendwie fremd und vertraut zugleich.

Ein Tag, der die Gedankenwelt völlig über den Haufen geworfen hat. Momentan beherrscht hauptsächlich ein Gedanke meinen Kopf: die nahende Prüfung zum 2. Staatsexamen. Er schwebt immer über allem, ist im Hinterkopf immer vorhanden.

Doch gestern habe ich nicht ein einziges Mal daran gedacht. Und das, obwohl ich „eigentlich“ ein schlechtes Gewissen hätte haben müssen, weil ich mir einen ganzen Tag Auszeit genommen habe und rein gar nichts für die Prüfungen gemacht habe. Gestern war kein Platz für den Gedanken an Prüfungen.

Ich habe diesen Tag so sehr genossen. Mich so lange darauf gefreut.

Er war mit Anstrengungen verbunden. Körperlicher und mentaler Art. Es gab Abgründe zu überwinden, es hieß, sich fallen zu lassen, ins Leere zu springen, Drahtseilakte zu vollführen und volles Vertrauen zu haben. Ach ja, erwähnte ich, dass der gestrige Tag sich in einem Hochseilgarten abspielte? ;-)

Doch die größte Herausforderung bestand nicht in der Höhe der Elemente, nicht in der Schwierigkeit der Hindernisse, nicht in der Sekunde des Absprunges aus 10 Metern Höhe. Natürlich waren das nicht nur körperliche Herausforderungen; auch mental musste man sich auf einiges einlassen, die natürlichen Reflexe des Körpers ausschalten und sich etwas trauen, was nicht unbedingt zum „normalen“ Repertoire an alltäglichen Handlungen zählt.

Die größte Herausforderung bestand in meiner gestrigen Begleitung. Er … Nun, ich weiß nicht, was ich schreiben soll, wie ich es ausdrücken soll. Nun ja, ich kenne seine Meinung, denn vor einigen Wochen haben wir einmal offen „darüber“ gesprochen.

Ich habe mich mit der neuen alten Situation abgefunden. Habe versucht, mich mental darauf einzustellen, dass wir Freunde sein können. Dass es mir wichtig ist, ihn in meinem Leben zu haben – auch, wenn es „nur“ als ein Freund ist. Ich bin froh darüber, dass es irgendwie funktioniert. Dass wir locker miteinander umgehen können, uns unterhalten können, etwas unternehmen können.Und ich will, dass es so bleibt!

Und doch ist es schwer. In seiner unmittelbaren Nähe zu sein. Ihn nicht zu berühren. Ihn nicht zu lange anzusehen. Das Bedürfnis zu unterdrücken, mich in seine Arme zu wünschen.

Ich habe von einigen Seiten den Tipp bekommen, ihn aus meinem Leben zu streichen. Den Kontakt abzuberechen. Mich nicht unglücklich zu machen. Mich nicht mit Kontakt zu ihm zu quälen, wenn ich doch weiß, dass es für ihn nicht dasselbe ist, wie für mich.
Aber das möchte ich nicht. Denn das würde mich wirklich unglücklich machen.

Es ist einfach momentan eine sehr zwiegespaltene Sache. Einerseits freue ich mich auf Treffen, sehne sie herbei, freue mich über Gespräche, jeglichen Kontakt. Andererseits wühlen es mich auch immer wieder ein wenig auf. Bringt mich zum grübeln. Und genau das ist es, was ich sein lassen muss. Das Grübeln – denn das ist es, was es schwer macht. Gedanken flattern von hier nach da, Gedanken machen sich zum Teil unabhängig von Tatsachen, verleiten zum Träumen, zum Überinterpretieren. Und lassen einen tief fallen, wenn einen die Realität wieder einholt.

Und es ist sehr schwierig, die richtigen Worte zu finden. Ich komme mir in seiner Gegenwart manchmal selbst fremd vor. Ich bin dann still und zurückhaltend. Viele Menschen würden mich nicht wiedererkennen. Denn normalerweise ist es so: Ich bin laut, ich bin übermütig, ich bin eine Quasselstrippe, ich lache viel und herzhaft. Doch auch dieses stille Wesen schlummert in mir. Kommt hervor, wenn ich verschüchtert bin. Angst habe, etwas falsches zu sagen. Angst habe, mich zu verraten.

Doch eigentlich gibt es nichts zu verraten. Er kennt ja meine Gedanken und Gefühle – doch: vielleicht hat er dieses in den Hintergrund geschoben. Ich habe mich zusammengerissen, habe mir vorgenommen, für mich zu kämpfen, dafür, dass es mir gut geht. Und er weiß das. Er hat meine Einträge hier im blog gelesen.

Und ich weiß nicht, ob er dies hier auch wieder liest. Es kann sein. Ich weiß auch nicht genau, wie ich das finden soll. Einerseits würde ich ihn natürlich gerne wissen lassen, wie es in mir aussieht. Doch mir fehlt der Mut, es direkt anzusprechen. Aus Angst, ihn zu „verschrecken“ – jetzt, wo es eigentlich gerade so gut läuft und wir wirklich Freunde werden könnten. Daher ist es vielleicht doch ganz gut, wenn er das blog verfolgt. Er weiß dann, wie es aussieht in mir – muss aber nicht direkt darauf reagieren. Aber es ist natürlich schwierig, hier die richtigen Worte zu finden, wenn ich im Hinterkopf habe, dass er es liest.

Und es ist natürlich auch so eine Sache, dann nicht zu wissen, OB er es gelesen hat. Ihn nicht darauf anzusprechen.

Aber ich schaffe das schon – wäre doch gelacht! Immerhin halte ich gerade ganz andere Sachen aus! :-)

Gedankenchaos/ Kopfleere

Ich habe den Kopf voll. Voll mit Gedanken – sie schwirren hierhin, sie schwirren dorthin, sie treffen auf andere Gedanken, mischen sich, werden zu einem oder resultieren in zwei, drei neuen – ganz anderen – Gedanken. Ich kann sie nicht ordnen. Ich weiß nicht, auf welche Gedanken ich eingehen soll. Welche Gedanken ich lieber fallen lassen sollte.

Und gleichzeitig ist mein Kopf auch ganz leer. Leer, weil ich keine Antworten auf immer wieder aufkommende Fragen finden kann. Weil viele Gedanken einfach im Nichts verlaufen. Weil wichtige Komponenten fehlen, um Lösungen oder Antworten finden zu können.

Ich dachte, es würde mir helfen, diese Gedanken aufzuschreiben. Schreiben um zu ordnen.

Doch es scheint nicht zu funktionieren. Ich sitze seit geraumer Zeit vor dem leeren Monitor (wieviel poetischer klang früher doch das leere, weiße Blatt Papier?!?) und kriege keinen roten Faden in das Gedankenchaos.

Ich weiß nicht, in welche Richtung sie gehen. Ich weiß nicht einmal, welche Richtung mir recht wäre.

Als Kind/ Jugendlicher denkt man, dass die „Erwachsenen“ immer wissen, was zu tun ist. Dass sie immer eine Antwort und Lösung haben.

Doch ich gelte auch als erwachsen und muss erkennen: das ist Kokolores. Nur weil man erwachsen ist, hat man nicht automatisch die Weisheit, Besonnenheit und Lebensklugheit gepachtet.

Darum muss ich da wohl durch. Muss mich mit dem Gedankenchaos und der Kopfleere abfinden.

Wer weiß, wofür es gut ist. Eines Tages stolper ich sicher über Antworten und Lösungen und merke dann, wie simpel es doch eigentlich war…

Nimmt es auch mal ein Ende?

Baby-InaFröhlich und strahlend reckt die kleine Ina die Arme in die Luft. Sie scheint motiviert zu sein, frisch und froh in den neuen Tag starten zu wollen. Und sie hat recht damit. Jeder Tag ist ein neues Abenteuer, eine neue Herausforderung, eine neue Chance  soviel dazuzulernen. Gerade für so einen Wurm, der die Welt mit jedem Tag neu entdeckt und gar nicht schnell genug neue Informationen aufnehmen kann. Es gibt so viel zu lernen für ein kleines Kind, soviel zu erfahren, soviel Neues zu verarbeiten.

Aber dieses kleine Baby ist inzwischen nicht mehr ganz so klein. Es hat gelernt, es hat Erfahrungen gemacht und ausgewertet, es hat viele unterschiedliche Prüfungen jeglicher Art durchlebt.

Nun ist dieses Baby erwachsen, zählt inzwischen 27 Jahre und fragt sich: „Nimmt es auch mal ein Ende? – Werde ich jemals nicht mehr lernen müssen?“

Die Frage ist eigentlich leicht zu beantworten: Man lernt solange, bis alle Finger gleich lang sind! So lautet einer dieser weisen Sprüche, die man immer wieder hören muss.

Natürlich lernt man nie aus. Man macht immer wieder neue Erfahrungen, begegnet neuen Menschen, neuen Situationen und macht auch Fehler – um daraus zu lernen.

Doch es nicht diese Art des „lernens“ die ich meine.

Es ist das klassische „schulische Lernen“, welches mir zur Zeit echt sauer aufstößt. Ich bin 27 Jahre alt, wurde mit 6 Jahren eingeschult und noch immer nicht endgültig „beruflich angekommen“. In Summe sind das 21 Jahre, in denen ich immer unter irgendeinem Druck stand, immer Prüfungen und Tests vor Augen hatte und nie wirklich ganz „frei“ von alldem war.

Die Grundschulzeit war für mich noch ein Spaß, das Lernen fiel mir leicht und wirklichen Druck gab es nicht. Nach dem Wechsel auf das Gymnasium sah das natürlich gleich ganz anders aus, da hat sich die verwöhnte und verhätschelte Grundschul-Prinzessin aber erst mal ordentlich auf den Hintern setzen müssen!

Aber immer der Gedanke: Wenn doch erst das Abi geschafft ist! Dann wird es besser!

Dieser Gedanke wurde dann bald abgelöst von: Wenn doch erst das Studium geschafft ist! Wenn doch erst das 1. Staatsexamen geschafft ist!

Und nun steht das 2. Staatsexamen unmittelbar bevor.

Ich bin ausgelaugt. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Ich habe es satt, meine gesamte Zeit aufs lernen zu verwenden. Und in jedem Moment, den ich nicht hinter den Büchern oder am Schreibtisch verbringe zu denken: „Eigentlich darfst du dir diese Auszeit nicht erlauben!“

Und nun lebt in mir der hoffnungsfrohe Gedanke: Wenn doch erst das 2. Staatsexamen geschafft ist! Dann wird es besser!

Aber wird es das? Dann bin ich zwar endlich fertig mit der Schule, dem Studium, der Ausbildung…

Aber warten nicht schon hinter der nächsten Ecke neue Prüfungen auf mich?

Nimmt es auch mal ein Ende?

Offenheit die Zweite

Nach dem doch etwas niederschmetternden Ausbruch gestern Abend melde ich mich nun gestärkt und positiver eingestellt zurück.

Ich habe sehr viele liebe und aufmunternde Reaktionen auf den Post von gestern erhalten – in Form von direkten Kommentaren, von E-Mails, von DMs und in Form von Chats.

Das hat mir sehr gut getan und ich möchte mich bei allen bedanken, die mir ein nettes Wort geschickt haben.

Und es geht mir wirklich erstaunlich gut.

Offenheit ist gut. Offenheit ist wichtig. –> Das habe ich gestern gesagt und doch große Angst vor ihr gehabt.

Heute kann ich diese Aussagen nur doppelt und mit rotem Stift unterstreichen.

Meine Offenheit war gut und durchaus wichtig für mich. Und ich glaube, dass es auch für mein Gegenüber sehr wichtig und gut war. Zumindest habe ich dieses Feedback bekommen.

Ich zitiere aus dem Kommentar von Mercy: „Es erfordert immer Mut sich zu offenbaren, man könnte verletzt werden. Aber dieser Mut wird belohnt. Er wird belohnt, mit der Wahrheit. Manchmal ist die „Wahrheit“ nicht das was wir erhofften, aber ist es nicht das Schlimmste, einem unerfüllbaren Traum hinterherzulaufen?“

Offenheit schafft Wahrheit. Diese tat im ersten Moment weh, denn es war nicht die Wahrheit, die ich hören wollte. Aber es war eine offene, ehrliche Wahrheit, die ich respektiere, anerkenne und annehme.

Diese Wahrheit ändert einiges in meiner vorherigen Denkweise, hat einiges gerade gerückt, Seifenblasen platzen lassen.

Doch sie war nicht so niederschmetternd, dass ich nun in einem Erdloch verschwinde und nicht wieder herausfinde.

Ganz im Gegenteil. Gestern sprach ich noch davon, dass ich unbedingt für mein Ziel kämpfen werde. Diese Sichtweise hat sich etwas relativiert. Ich werde kämpfen, ja. Aber nicht, um „das“ ultimative Ziel zu erreichen, welches mir noch vor kurzem vorschwebte.

Ich werde kämpfen für mich. Für mich und meine Ideale. Für mich und meine Eigenarten. Für mich und meinen Charakter.

Mir wurde gesagt, ich sei „hard to handle“ – doch das sehe ich nicht als absolute und negative Kritik. Sondern als eine Aussage, die meinen besonderen Charakter stützt. Ich bin vielleicht wirklich „hard to handle“ – doch die, die sich auf dieses Abenteuer einlassen werden nicht enttäuscht, dessen bin ich mir sicher. In meiner sonderbaren Schale steckt ein besonderer Kern.

Und ich werde dafür kämpfen, dass ich mir diesen Kern erhalte. Dass ich mein „ICH“ erhalte. Ein sehr guter Freund sagte mir, ich solle auf meine Würde achten, mich nicht unter Wert verkaufen und mich nicht für andere verbiegen.

Das habe ich viel zu lange getan. Nun ist es an der Zeit, dass ich ich bin und bleibe.

Wer mich so nicht mag, der ist es nicht wert, einen festen Platz in meinem Leben zu beanspruchen.

Ich habe vielleicht eine harte Wahrheit erfahren müssen, welche meinen momentanen Luftschlossbau ein wenig ins Stocken geraten lässt.

Aber wo sich eine Tür schließt, dort öffnet sich ein Fenster. Und hinter diesem Fenster steht vielleicht ein Freund…

Offenheit

„Offenheit schafft Klarheit“ – dieser eigentlich so einfache Satz wurde mir soeben von einem besonderen Menschen ans Herz gelegt. Klingt einfach, wie gesagt – ist aber in der Realität oftmals sehr schwer umzusetzen.

Offenheit ist gut. Offenheit ist wichtig. Offenheit kann durchaus hilfreich sein, aber auch sehr verletzen. Sowohl denjenigen, der sich öffnet, als auch denjenigen, der diese Offenheit erfahren muss.

Gerade in den Bereichen, in denen Gefühle ins Spiel kommen, ist Offenheit eine verzwickte Angelegenheit.

In meinem alten Leben habe ich sehr viele Enttäuschungen einstecken müssen, die aus meiner Offenheit und meinem auf-der-Zunge-getragenen Herz heraus entstanden sind. Daraufhin habe ich das Gefühl entwickelt, dass es besser ist, mit einigen Wahrheiten hinter’m Berg zu halten und nicht gleich einfach drauflos zu plappern.

Nun stecke ich wieder voll drin. Ich bin 27 Jahre alt und habe diese Situation sicher öfters erlebt als ein Dutzend Mitt-fünfziger zusammen.

Es gibt jemanden in meinem Leben, der erst seit kurzem da ist, der sich aber dennoch schon ein kleines Plätzchen in meinem Herzen erkämpft hat. Wir haben relativ regelmäßig Kontakt und sehen uns ab und an.

Nun die große Entscheidung, vor der ich stand: bist du offen und äußerst deine Gefühle ihm gegenüber ganz offen? Oder wartest Du noch ab und schaust, wie es sich weiter entwickelt?

Das Grundgefühl, das ich hatte, wenn ich an uns und eine eventuelle Zukunft dachte, war recht positiv, daher wagte ich einfach den Vorstoß. Ich habe ihm gesagt, wie ich zu „uns“ stehe. Ich habe ihm mein Herz hingelegt und es ihm überlassen, was er nun damit macht.

Nun ja, das Ergebnis sind weder Himmel voller Geigen noch rosarote Wattewolken…

Es war ein ziemlich hartes Gespräch und eigentlich bin ich der Typ Mensch, der nun in Tränen aufgelöst auf der Couch sitzen müsste. Aber irgendwie ist es im Moment nur leer.

Ich habe wieder einmal lernen müssen, dass nichts so ist, wie es subjektiv scheint. Es gibt immer noch ein zweites „subjektiv“ und vor allem ein alles überspannendes „objektiv“.

Und ich habe den Eindruck gewinnen müssen, dass ich einfach doch nicht der Mensch bin, dessen Zukunft mit dem Wort „Zweisamkeit“ überschrieben ist.

Ich werde mich mit diesem Leben abfinden müssen. Ich bin ein toller, wertvoller Mensch mit einem besonderen Charakter und einer schillernden Phantasie… Daraus kann ich doch was machen? Damit kann ich doch auch ein glückliches Leben führen? Mit mir allein, meinen Freunden, meiner Familie, meinem wundervollen Job…

hm…

Nein… beim nochmaligen Lesen gefällt mir der letzte Absatz gar nicht.

Ich bin 27 Jahre alt (wie gesagt) und noch habe ich die Kraft, zu kämpfen. Und auch, wenn ich nochmal auf die Nase falle, dann stehe ich wieder auf und gehe meinen Weg weiter. Was mich nicht umbringt, das macht mich stärker.

Und Herausforderungen sind da, um sie zu bewältigen. Und ein klitzekleines Lichtlein gibt es vielleicht doch noch am Horizont… Einen gewissen Grund-Optimismus muss man sich immer bewahren, sonst ist das Leben echt nur noch zum Heulen…

Die eben beschriebene Leere in mir macht sich nun gar nicht mehr so sehr bemerkbar. Blog ist wie Therapie. Der Platz, der eben noch voller Leere war, ist nun voller Entschlossenheit. Ich werde nicht aufgeben, ich gehe meinen Weg und ich kämpfe meinen Kampf. Auch, wenn eine verlorene Schlacht zu beklagen gilt, der Krieg ist noch nicht vorbei und erst recht nicht verloren.

Also: Auf in den Kampf!

Und abschließende Worte an Dich: Ich weiß, Du liest das hier. Ich weiß, Du hast vor Scherben gewarnt. Ich bereue meine Offenheit nicht. Und um die Scherben kümmere ich mich dann selbst.

Senioren-Freitag

Es ist Freitagabend, 21:53 Uhr. Ich sitze im Schlafanzug auf dem Sofa, die Kuscheldecke über mich gebreitet und sehe mir bei einem Glas Wein eine DVD an. Im Vorfeld habe ich eine Stulle auf dem Brett gegessen und abgewaschen.

Nun, vielleicht sollte ich dazu noch erwähnen, dass ich die 30 noch nicht überschritten habe.

Ich sollte draußen sein, auf der „Piste“, trinken, lachen, tanzen, feiern…

Doch momentan fühle ich mich leider wie eine gebrechliche 80jährige, deren Rollator zur Inspektion ist und die daher das Haus nicht verlassen kann. Kann kaum die Finger über die Tastatur bewegen, so K.O. bin ich.

Liegt es am aufkommenden Herbst? Liegt es an den durchgearbeiteten Tagen und späten Abenden der vergangenen Woche? Liegt es an der mentalen Ausgelaugtheit, welche sich vom Hirn aus rapide auf den ganzen Körper verteilt?

Aber muss ich eigentlich versuchen, mir eine Ausrede einfallen zu lassen, warum ich in meinem noch so jugendlichen Alter einen gemütlichen Senioren-Freitag auf dem Sofa verbringe? Vor wem muss ich mich denn rechtfertigen?

Ich arbeite viel, bin ständig unterwegs und es lastet momentan ein hoher Leistungsdruck auf mir, der sich zwar manchmal in eine hintere Kopf-Ecke verdrängen lässt, aber nie ganz verschwindet.

Also, warum sollte ich mir nicht nach einer langen und arbeitsreichen Woche nicht auch mal einen entspannten und faulen Abend auf dem Sofa gönnen? Im Schlafanzug, mit einer DVD und der Stulle auf dem Brett.

Inzwischen kann ich diese Abende wirklich genießen, Kraft tanken, die Akkus aufladen und die Seele baumeln lassen.

Dafür muss ich nicht zwingend die Nacht durchtanzen und am nächsten Nachmittag mit einem Kater aufwachen. Auch diese Zeiten werden wieder kommen. Doch heute bin ich einfach nur die Seniorin, die ihr müdes Haupt auf die Kissen bettet, einen schönen Film und ein Glas Wein genießt und sich dabei denkt: „Ach, eigentlich habe ich es doch so gut!“