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Mein 2010

Wieder einmal neigt ein Jahr sich immer stärker dem Ende zu. Ich kann mich an kein anderes erinnern, welches so schnell verflogen und dabei so ereignisreich gewesen wäre.

Blicke ich auf das Jahr zurück, so reihen sich einige persönlich sehr wichtige Ereignisse aneinander – angefangen mit dem Ende der Zeit als Lehramtsanwärterin am 31.01. Im Anschluss daran direkt ein Folgevertrag an derselben Schule – so einfach und übergangslos hatte ich mir das nie vorstellen können. Im Sommer folgte dann auch schon die Festanstellung, mit der sich viele Bedenken in Richtung Zukunft aus dem Hinterkopf verabschieden konnten.

Nach einer unwirklichen und mitunter (vor allem mental) sehr anstrengenden Zeit zum Ende des Winters begann die Planung des „neuen Lebens“ in der neuen Stadt. Nicht mehr in der Ausbildung, nicht mehr unter ständigem Druck, nicht mehr nur noch Tage am Schreibtisch und ein etwas weiterer finanzieller Spielraum ließen etwas mehr Luft zum Atmen und für neue Pläne. Ein Umzug nach Münster stand an – raus aus dem Dorf, rein ins Leben.

Kaum in der neuen Wohnung stand eine weitere, bewegende Veränderung in meinem Leben an. ER ist in mein Leben getreten. Plötzlich, unerwartet und wundervoll.

Das Jahr 2010 brachte somit Wendungen in allen großen Bereichen des Lebens – Job, Wohnung, Privatleben.

Es war turbulent, aufregend, wundervoll und schmerzhaft.

Alles war vertreten, alles hat sich verändert.

Ich habe viel erlebt, viele Erfahrungen gemacht – sehr schöne, sehr bewegende, aber auch sehr traurige, sehr enttäuschende und sehr lehrreiche.

In diesem Jahr bin ich gewachsen – in meiner Persönlichkeit, in meinem Charakter, in meinem Wissen.

Dieses Jahr durfte ich mit wundervollen Menschen teilen (ein besonderer Gruß und eine herzliche Umarmung an dieser Stelle an die wundervolle San).

Ich blicke glücklich und ausgeglichen auf dieses Jahr zurück und erwarte gespannt all das Neue, was 2011 mir zu bieten hat.

Ich wünsche Euch allen frohe Feiertag und einen wundervollen Start ins neue Jahr!

Momentaufnahme

 

 

„Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind.

Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind.“

(Albert Schweitzer)

 

 

Schon sehr oft in meinem Leben „wusste“ ich, dass ich sicherlich unglücklich bin. Und dabei klagte ich meist auf hohem Niveau. Doch das ist es wahrscheinlich, was mein scheinbares „Unglück“ ausmachte. Ich hatte gar nicht wirklich was zu klagen oder etwas, was mich wirklich unglücklich machte. Darum konnte ich mich in so manche Kleinigkeit, die nicht in meine rosarote Zuckerwattewelt passte, hineinsteigern und als großes Unglück empfinden.  Ich bin in gewisser Weise verwöhnt, musste nie große Verluste und/ oder Entbehrungen verarbeiten lernen. Wuchs in einem liebevollen Elternhaus auf, wo mir alles ermöglicht wurde und wo ich bis zu dem Punkt unterstützt und begleitet wurde, an dem ich nun stehe.

Und dieser Punkt, diese Momentaufnahme in meinem Leben ist ein wirklich glücklicher. Ich bin sehr froh, diesen Moment – dieses Glück – erleben zu dürfen. Doch noch viel glücklicher macht micht (vielleicht ist das das wahre Glück), dass ich es erkenne. Ich betrachte mein Leben, diesen aktuellen Zeitraum, in dem alles wundervoll ist und kann ganz bewusst und voller Überzeugung sagen: „Ja, ich bin glücklich!“

Und dafür danke ich Dir.

Kurzgeschichte: „ER“

Er nimmt alle Kraft zusammen. Er darf nicht nachgeben.

Er muss es schaffen.

Sie liegt neben ihm, ihre Augen sind geschlossen, ihre Lippen leicht geöffnet.

Ihr Atem geht schwer, unbewusst und kaum spürbar drängt ihr Körper gegen seinen.

Er kann sich nur mit Mühe zurückhalten. Mit aller Kraft presst er seine Fingernägel in die Handfläche. Es tut weh, sehr weh – doch es zwingt ihn, den Verstand zu bewahren. Es hält ihn von seinem Verlangen ab. Von der drängender werdenden Begierde, sie zu küssen, sie ganz fest zu umfassen und schließlich sich und die rationale Welt um ihn herum zu vergessen.

*

Sie sitzt im Cafe, die Beine entspannt übereinander geschlagen. In der Tasse vor ihr ist noch ein Rest Cappuccino, längst kalt. Sie hat die Augen geschlossen und hält das Gesicht in die ersten Sonnenstrahlen des Jahres. Wie sehr sie es genießt, nach diesen langen Wintermonaten.

Ihre Freundin ist bereits eine halbe Stunde zu spät, doch seltsamerweise stört sie das heute gar nicht. Es ist ein Sonntag, ausnahmsweise ein völlig leerer Tag im ansonsten so vollen Terminkalender. Sie erfreut sich einfach an der Situation, völlig ohne Hast, ohne Telefonklingeln oder das sonst fast immer allgegenwärtigen Summen der Neonröhren.

*

Er spürt, wie seine Lippe dem Nagen seiner Zähne nicht mehr lange standhalten wird. Zu hart der Druck, zu weich das zarte, verletzliche Fleisch. Kaum kann er noch die fest geballten Fäuste lösen, so krampfhaft die starre Haltung, so tief die Nägel im Handballen.

Er zwingt sich, die Lider zu schließen, den Blick von ihrem Gesicht abzuwenden – so makellos in seinen Augen. Er löst die verkrampften Kiefer, um sich das Atmen durch den Mund zu ermöglichen; ihr Geruch ist zu betörend.

Ein metallischer Geschmack von Blut in seinem Mund.

*

„Darf ich?“ – sie schreckt auf, die Tagträume verfliegen. Sie blinzelt in das grelle Licht. Einen Moment lang muss sie sich sammeln und sieht dann den jungen Mann an ihrem Tisch stehen. Sicher zehn Jahre jünger als sie, nicht schön, aber auf eine verstörende, nicht greifbare Weise attraktiv und unfassbar anziehend.

„Bitte?“, sie ist verwirrt.

„Darf ich mich zu Ihnen setzen? Es ist alles besetzt und zudem sitzen sie am schönsten Sonnentisch“.

„Ähm…“. Sie weiß nicht recht, was sie sagen soll. Gerne würde sie weiter in Ruhe hier sitzen, die Sonne genießen und ihren Gedanken nachhängen. Doch irgendwie kann sie sich seinen Augen nicht entziehen.

„Okay“, sagt sie dann schließlich, als die Stille beginnt, unangenehm zu werden.

Er setzt sich, schweigend. Schaut sie nur an. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als zurückzuschauen. Was soll ihre Freundin nur denken, wenn sie in diesem Augenblick dazu kommen sollte? Aber diese Augen… Was haben sie nur für eine Farbe? Sie sind völlig unergründlich und erschreckend betörend.

Sie kennt sich selbst nicht mehr. Erfolgreiche Geschäftsfrau, seit Jahren glücklich geschieden, kalt und rational sowohl beruflich wie privat. Sie hat sich im Griff – immer.

Doch ihre Gedanken schweifen ab, sind nicht mehr fassbar. Sie ist nicht mehr sie selbst.

*

Er schafft es.

Er hat sich unter Kontrolle. Sie liegt neben ihm, verstömt ihren Duft, bietet sich ihm an. Er widersteht.

Er schafft es.

Sie seufzt leise auf. Ihr Fuß berührt ganz leicht seinen Schenkel. Seine Nägel pressen sich noch fester in seine Handflächen.

Er schafft es.

Sie räkelt sich ganz leicht. Ihr Verlangen ist deutlich spürbar. Ihr Haar streicht sein Gesicht. Dieser Duft… Er hält den Atem an.

Er schafft es.

Sie hebt eine Hand, berührt seine Wange. Er öffnet die Augen, blickt in das tiefe Blau der ihren.

*

Dunkle Häuserfluchten. Gehetzter Gang. Seine Schritte hallen auf dem Pflaster. Sein Atem geht stoßweise. Gehetzt blickt er sich um, orientierungslos.

Allmählich geht die Sonne auf, Dunst streift durch die Straßen.

Endlich weiß er, wo er ist. Seine Beine haben ihn unbewusst an den Ort geführt, der ihn wie magisch anzog.

Die schwere hölzerne Tür ist nicht verschlossen. Stolpernd findet er seinen Weg durch die Bankreihen, bis er sein Ziel erreicht hat.

Kraftlos fällt er auf die Knie.

„Ich habe es nicht geschafft…“

Leer

Seit Tagen starre ich immer wieder auf dieses leere Feld. Schreibe ein paar Zeilen, lösche, fluche, schließe die Seite.

In meinem Kopf ist es leer.

Einzelne Gedanken ziehen wie Nebelschwaden vorbei – wenn ich sie greifen will, verschwinden sie.

Das macht mich nervös, unsicher, verwirrt.

Für gewöhnlich sprudel ich über vor verrückten Ideen, rede wie ein Wasserfall – ohne Punkt und Komma. Springe von einem ins andere Thema, finde gar nicht die Zeit, um all das zu erzählen oder aufzuschreiben, was mir durch den Kopf geht.

Und nun nichts.

Liegt es daran, dass ich das Gefühl habe, es sei alles schon irgendwann, irgendwie und von irgendwem gesagt?

Liegt es daran, dass ich manchmal Angst vor meinen Gedanken habe und sie deshalb so ausblende, dass ich sie selbst nicht mehr fassen kann?

Liegt es daran, dass im Moment eigentlich alles glatt läuft und die „krassen“, bemerkenswerten Gedanken fehlen, die dann auftauchen, wenn etwas gründlich in die Hose geht?

Mein Leben plätschert vor sich hin. Eigentlich ist alles gut – man könnte denken, dass ich glücklich sein müsste. Ich bin gerade erst in eine neue Wohnung gezogen, die annähernd meine Traumwohnung ist, ich habe vor kurzem einen unbefristeten Arbeitsvertrag unterschrieben (und das ist heutzutage sicher eine großartige Sache), ich habe einige meiner Freunde durch den Umzug nun sehr nah bei mir…

Vielleicht ist das das Problem. Es ist alles in Ordnung. Vielleicht brauche ich einfach mehr Drama in meinem Leben, um schreiben zu können. Oder lasse ich im Moment einfach gar nicht zu, dass ein „Drama“ irgendeiner Art auftaucht? Alles ist okay, mein Leben läuft rund – also bloß nichts aufkommen lassen, was an der Fassade kratzt.

Erfahrung kann…

… man nicht kaufen,

aber man kann dafür bezahlen.

Manchmal…

… ist einfach mal Klappe halten angesagt.

Warten zu…

… können ist eine Kunst, nichts

zu erwarten eine noch viel größere.

Weisheiten

(Quelle)

„Drei Dinge sind unwiederbringlich:

Der vom Bogen abgeschossene Pfeil,

das in Eile gesprochene Wort und

die verpasste Gelegenheit.“

„Wer zu sehr die Folgen bedenkt,

kann nicht mutig sein.“

(Ali ibn Abi-Talib, 6. Jhd.)

Sprichwörter, in denen sehr viel Wahres und sehr viel Weisheit steckt.

Viel öfter sollte man sich solche Sprichwörter zu Herzen nehmen, viel öfter sollte man sein Leben und sein Handeln nach diesen Worten ausrichten.

Nach wochenlangem Zögern, nach unzähligen Stunden, in denen meine Gedanken um sich selbst kreisten, habe ich mich zu einer (vielleicht) folgenschweren Entscheidung durchgerungen.

Zwar ist es wahr, dass ein ausgesprochenes Wort nicht mehr zurückgenommen werden kann; vielleicht entstehen daraus Konsequenzen, die sich unangenehm auswirken könnten.

Dennoch bin ich der Meinung, dass ein unendliches Bedenken der Konsequenzen einen in seinem Leben einschränkt.

Manchmal braucht es eine kleine Portion Mut.

Mut zur Wahrheit.

Mut zur Offenheit.

Mut zum Überspringen des eigenen Schattens.

Um sich selbst treu zu sein.

Um sich niemals vorwerfen zu können,

man habe nicht alles dafür getan,

dass man nicht in seinen eigenen Gedanken ertrinkt.

Offenheit und Wahrheit (vor allem sich selbst gegenüber) sind die Basis jeden Selbstwertgefühls.

Und somit auch die Basis für eine funktionierende Zwischenmenschlichkeit.

Nach Wochen des Grübelns und der Mutlosigkeit habe ich mich überwunden und bin einen Schritt nach vorn gegangen.

Und ich fühle mich gut dabei – auch im Angesicht der Konsequenzen.

Aber ich bin mit mir selbst im Reinen.

When you’re quiet, but your eyes
Are saying everything I need to know
I want to burrow like a sparrow
Dodging alley cats and whiskers
Why do we talk in whispers?
Is it painful hearing voices ring
So early in the morning?

I’ve been waiting for the day
When I can throw away these numbers
That line my dresser drawers and cupboards
Start me over
Life seems so much slower
With your toothbrush by the mirror
Can I make it any clearer?

And I just might say it tonight
I just might say it tonight
I just might tell you tonight
That I love you
And you should stay all my life

They’ll tell you that you’ll maybe make it
If you just cut your clothes and change your hair
But I won’t fuss and moan
’bout what you wear
I feel so much better
When I read your dirty letters
Just wear your sweaters in the winter
‘Cause I wonuldn’t want you to get cold
I hope that we’re togethre when we’re old
I would have sold all my possessions
Never took piano lessons
But baby you’re a grand
And I will learn to play the good notes
And tune you up the best I can

And I just might say it tonight
I just might say it tonight
I just might tell you tonight
That I love you
And you should stay all my life

Scissor Sisters

“Might tell you tonight”

(Album: Ta-Dah, 2006)

nochmal Fotos…

Da mein flickr-account noch immer kein upgrade erfahren durfte, ich aber wieder neue Fotos auf der Speicherkarte hatte, muss ich doch noch einmal das blog „missbrauchen“ um meine Fotos zu veröffentlichen.

Also, hier ein paar Bilder von soooo niedlichen Schmetterlingen ;-)

Keine Ahnung, wie dieser Schmetterling heißt. Braun war er – und groß war er. Das ist alles, was ich dazu sagen kann. Bin ja kein Biologe…

Diese schwarz.weißen Biester waren verdammt anhänglich und setzen sich mit besonderer Vorliebe auf mich drauf. Besonders beliebt waren Stellen, die nicht von Kleidung bedeckt war. Hat ganz schön gekitzelt :-D

Der Beweis: Schmetterling auf meiner Haut (urgs… die Kamera ist wohl zu hochauflösend – man sieht ja jeden Huppel auf dem Bein ;-D)

Türkiser Schmetterling, der sich leider nur sehr ungern fotografieren ließ. Meist zeigte er nur die braune Unterseite der Flügel. Diesen habe ich gerade noch eingermaßen rechtzeitig vor dem Abflug erwischt…

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