Seit Tagen starre ich immer wieder auf dieses leere Feld. Schreibe ein paar Zeilen, lösche, fluche, schließe die Seite.
In meinem Kopf ist es leer.
Einzelne Gedanken ziehen wie Nebelschwaden vorbei – wenn ich sie greifen will, verschwinden sie.
Das macht mich nervös, unsicher, verwirrt.
Für gewöhnlich sprudel ich über vor verrückten Ideen, rede wie ein Wasserfall – ohne Punkt und Komma. Springe von einem ins andere Thema, finde gar nicht die Zeit, um all das zu erzählen oder aufzuschreiben, was mir durch den Kopf geht.
Und nun nichts.
Liegt es daran, dass ich das Gefühl habe, es sei alles schon irgendwann, irgendwie und von irgendwem gesagt?
Liegt es daran, dass ich manchmal Angst vor meinen Gedanken habe und sie deshalb so ausblende, dass ich sie selbst nicht mehr fassen kann?
Liegt es daran, dass im Moment eigentlich alles glatt läuft und die “krassen”, bemerkenswerten Gedanken fehlen, die dann auftauchen, wenn etwas gründlich in die Hose geht?
Mein Leben plätschert vor sich hin. Eigentlich ist alles gut – man könnte denken, dass ich glücklich sein müsste. Ich bin gerade erst in eine neue Wohnung gezogen, die annähernd meine Traumwohnung ist, ich habe vor kurzem einen unbefristeten Arbeitsvertrag unterschrieben (und das ist heutzutage sicher eine großartige Sache), ich habe einige meiner Freunde durch den Umzug nun sehr nah bei mir…
Vielleicht ist das das Problem. Es ist alles in Ordnung. Vielleicht brauche ich einfach mehr Drama in meinem Leben, um schreiben zu können. Oder lasse ich im Moment einfach gar nicht zu, dass ein “Drama” irgendeiner Art auftaucht? Alles ist okay, mein Leben läuft rund – also bloß nichts aufkommen lassen, was an der Fassade kratzt.




